Built with Indexhibit

Negativzeichnung

Licht durchdringt eine Zeichnung auf transparentem Papier, weitere Transparente, dann eine Glasscheibe und Klebestreifen...
Beim Auftreffen auf das lichtempfindliche Papier zeichnen sich die Spuren der verschiedenen Materialien und des Prozesses ab und formen einen dunklen undefinierten Raum. Gleichzeitig tritt ein Motiv, mal konkret, mal diffus, in den Blick des Betrachters ein.
Wie die Arbeiten entstanden, deckt sich erst nach und nach auf. Die Präsenz einer Handzeichnung, vermischt mit den Spuren der Arbeit im dunklen Labor, bestimmt die Atmosphäre; die Komposition bleibt geheimnisvoll.
Der Prozess des fotografischen Materials reduziert alles von Licht durchdrungene auf eine einzige Fläche, die Schichtung der transparenten Papiere arbeitet als Tiefe entgegen.
Der zeichnerische Raum irritiert die verallgemeinerte Wahrnehmung von Fotografie und lenkt das Denken auf ihren Ursprung, der Umkehr von Schatten zu Licht.

Der Kontrast zwischen dem intensiven persönlichen und körperlichen Ausdruck der Zeichnung gegen die systematische Natur der Fotografie, legt den Grundstein für eine neue Interpretation von Raum und Objekt.

Die Arbeiten zeigen nicht ihre teils naturalistischen Zeichnungen, sondern eine fotografische Transformation. Sie erschaffen einen Raum, der über die Grenzen der Wesenszüge der beiden Medien hinausgeht und die im Territorium des anderen Mediums nach neue Bedeutungen und Ausdrucksmöglichkeiten suchen. So beleuchten die Arbeiten die Wahrnehmung und Differenzen zwischen der interpretatorischen und erfinderischen Kraft der Zeichnung und des (vermeintlich) objektiv abbildenden lichtempfindlichen Fotopapiers.

Durch bewusstes Zulassen von Fehlstellen während der Arbeit in der Dunkelheit,  nähert sich die Arbeit einem fremden Gebiet an, in dem Fachkenntnisse dem Unerwarteten und Überraschenden weichen.

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Negative drawings

The works on photographic paper are based on negative drawings which have been exposed directly onto the paper in the darkroom. Some drawings are prevented from fluting by glassplates that generate a sharpness in the photograph; others aren’t, allowing illogic blurring.
What you see is an imprint of a drawing, overlapping layers of transparent papers in several constellations, which are sometimes moved during the exposure. Any mark or mistake in the process shows, the edges of the transparent papers remain partly raw, adhesive tape holding papers emerge from the dark background; thus the work reveals it’s origins.

Starting with the motive of the window as a source of light and moving to drawings of light itself I consider the physical conditions of lightsensitive papers as well as their indexical character.

This implies also questions about objects and truth: you imagine the origin to be tridimensional but in this case there is no original object. The impression derives from a fictional drawing, the materialized objects/ light only exists in the photograph.